NSA für Bienen – wir bauen uns eine Stockwaage

tl;dr

Projekt Selbstbau einer elektronischen Stockwaage ist online, siehe:


 

Mein Freund Stefan – seines Zeichens begnadeter  Modellbauer und Elektronikbastler – rief mich letztens an, weil er im Internet über ein Projekt gestolpert ist: “Hey Alex, schau dir das mal an, die machen dort NSA für Bienen!” Ich hab mir dieses Projekt dann mal angeschaut und war doch ziemlich davon angetan, obgleich meine Kenntnisse bezüglich der Arduino Plattform gleich null sind. Programmieren ist auch nicht so unbedingt mein Ding und Elektronik schon gar nicht. Stefan überredete mich es doch einmal zu versuchen und versicherte mir seine Hilfe hinsichtlich der Elektronik. Nach Durchsicht der Teileliste ein paar Telefonaten mit Stefan ging es an die Bestellung der Teile in gefühlt 12 verschiedenen Online-Shops. Nach dem Erhalt etlicher Päckchen konnte es dann losgehen.

Ich entschied mich sowohl den Programmablauf als auch die Steuerung der Messung anders zu gestalten, da ich die Visualisierung und Alarmierung mittels check_mk durchführen möchte, da ich mich aus beruflichen Gründen sehr gut mit diesem Monitoring-System auskenne. Dazu soll, zumindest im ersten Schritt ein Raspberri Pi als Monitoring Client die Steuerung und Abfrage der Messelektronik auf dem Arduino übernehmen.

Die Schaltung wurde im ersten Schritt auf einem Breadboard realisiert. Parallel hat ein Bekannter mir das Gestell für die Wägeplattform geschweißt:

Bienen-NSA-Elekronik-BreadboardWägeplattform1 Wägezelle

Trotz meiner Talentfreiheit hinsichtlich des Programmierens habe ich den C-Quellcode des Arduino an meine Bedürfnisse anpassen können und ein Event-gesteuertes Auslesen über die serielle Schnittstelle realisiert. Auf der RaspberryPi-Seite habe ich ein kleines Python-Script geschrieben, welches die Anbindung an check_mk  als local check realisiert. Neben der Waage habe ich auch noch zwei Temperatursensoren verbaut. Einer misst die Umgebungstemperatur, der Andere die Temperatur in einer der zentralen Wabengassen des Brutraums. Stefan hat mir dann aus der Breadboard-Schaltung ein Arduino-Shield gebaut.

Nach einem Testlauf des Konstrukts im heimischen Keller, haben die Damen des ersten Beute am 10.03.15 Ihren neuen Unterbau bezogen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich der zweite Beutenbock in Betrieb genommen:

Beutenbock-Stockwaage

Zwischenfazit

Die Messwerte nach knapp einer Woche im Live-Betrieb sind vielversprechend:

1Woche

Die WLAN-Verbindung könnte noch etwas besser sein: Das Loch in der Grafik in der Nacht vom 12./13.03. ist unserer Aluminium-Rollade zu verdanken, die dem WLAN den Rest gegeben hat. Dieses Problem wurde erstmal durch einen WLAN Repeater behoben.

Ausblick

Der Artikel ist noch nicht vollständig und das Projekt noch nicht abgeschlossen. Bei Gelegenheit werde ich noch weitere Fotos und den angepassten Quellcode nachreichen. Im Moment bin ich dabei, das System ggf. komplett über Arduino umzusetzen ohne den Raspberry Pi. Weitere Sensoren (Luftfeuchtigkeit u.a.) sind angedacht.

neuer Beutenbock

Einer meiner Bienenstände befindet sich auf einer Schafweide. Bisher hatte ich die Beuten auf Paletten stehen. Dies hatte diverse Nachteile, u.a. waren die Beuten nicht gut auszurichten, es sah alles etwas krumm und schief aus. Außerdem war der Stand insgesamt zu niedrig um ein rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen. Wer einmal 50 oder 100 Rähmchen am Stück durchgeschaut hat, weiß was ich meine.
Das Gras rundherum konnte man auch nicht schneiden, im Gegenteil wuchs es bereits durch den Gitterboden und hinten am Varroaschieber wieder heraus.

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Kurz gesagt, eine Lösung musste her! Im Internet stieß ich auf die Idee, höhenverstellbare und damit nivellierbare Beutenböcke auf Basis von Gerüstfüßen zu bauen. Alles was man braucht sind 50-60 cm lange Gerüstfüße, Durchmesser 38 mm und ein paar Balken, z.B. 8x10cm. Mit einem 40er Förstnerbohrer die Löcher eher etwas großzügig gebohrt, da dass Holz etwas quillt und sich leicht verkantet. Zusätzlich habe ich vorne und hinten Dachlatten angebracht, so dass einem die Beuten bei einer Kippkontrolle nicht abrutschen können.

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Nachdem die Damen gestern einen Reinigungsflug absolviert hatten und es heute mit ca. 8 Grad weder zu kalt noch zu warm war, entschied ich, dass es ein guter Zeitpunkt sei den Bock aufzubauen.

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Fazit: Der Bock lässt sich schnell auf- und abbauen und wäre sicherlich auch für die Wanderimkerei geeignet. Auch lässt er sich prima einstellen und hat einen stabilen Stand. Somit werde ich auch meine anderen Stände damit ausrüsten.