Stockwaage – Update April

tl;dr

Das Projekt Selbstbau-Stockwaage läuft sehr gut und liefert interessante Erkenntnisse:

  • Gewichtszunahme seit dem 7.4.: 23kg
  • Täglicher Ausflug der Bienen und Nektar-/Pollen-/Wasser-Eintrag kann bis auf 2g genau gewogen werden.
  • Erweiterung der Sensorik durch einen Licht- und einen Feuchtigkeitssensor

Imkerliches

Das Projekt „NSA für Bienen“ läuft nun seit über einem Monat überaus zufriedenstellend. Die Waage hat eine ausreichende Genauigkeit und liefert auch weiterhin sehr akkurate Werte. Wie bereits im vorhergehenden Artikel beschrieben kann man jeden morgen – ab einer Außentemperatur von 12°C – den Ausflug der Bienen wiegen. Die gemessenen Gewichtszunahmen liegen teilweise bei über 5kg(!)/Tag. (z.B. bei Markierung „1“ im Graphen – Reinzoomen in den Datumsbereich durch Klicken-Halten-Ziehen).
Seit dem  07.04. (Ausgangsgewicht 39,0 kg) scheint eine durchgängige Tracht und auch meistens gutes Flugwetter zu herrschen, so dass sich das Beutengesamtgewicht bis zum jetzigen Stand (28.04.) auf 62,2kg erhöht hat. Dies ist ohne Taschenrechner somit ein Zuwachs von 23kg in 3 Wochen. So darf es weiterlaufen 🙂

Die wöchentliche Arbeit an den Bienen hat sich jedoch ein wenig verändert. Da bei der Durchsicht des Volkes ganz erhebliche Gewichte von der Stockwaage genommen werden, wird die Bienenwaage vor der Arbeit angehalten, damit keine Fehlmessungen auftreten. Gleiches gilt für den internen Temperatursensor, der bei der Arbeit an dem Volk entnommen werden muss und dann natürlich die Außentemperatur messen würde.

Wenn man sich nicht an diesen Ablauf hält, ist ein nachträgliches Bereinigen der Sensordaten fällig 🙁

Technisches

Es wird weiterhin minütlich gemessen, jedoch habe ich die Datenbasis des veröffentlichten Graphen auf 10 Minuten Intervalle ausgedünnt, damit die zu übermittelnde und durch den Browser aufzubereitende Datenmenge im erträglichen Rahmen bleibt, was der Genauigkeit der Darstellung jedoch nicht schadet.

Seit dem 22.04. habe ich die Schaltung noch durch einen Lichtsensor TSL2561 erweitert, der das einfallende Sonnenlicht misst:

Bienen-NSA-April

Wie man jedoch erkennen kann, gibt es keinen direkt proportionalen Zusammenhang zwischen Außentemperatur und einfallender Lichtmenge:

Temp-Licht

Ok, dass hätte mir jeder Hobby-Meteorologe gleich sagen können. Aber vielleicht ergeben sich im Jahresverlauf noch Erkenntnisse.
Weiterhin ist der Feuchtigkeitssensor HTU210 fertig vorbereitet. Dieser wird wie der TSL2561 über I²C Bus angeschlossen und bei nächster Gelegenheit mit eingebaut. Dieser soll mich mittels Schwellwert im check_mk rechtzeitig vor eindringender Feuchtigkeit in meiner Elektronik-Box warnen.

Ich habe mich entschieden, den Raspberry Pi nicht durch die vorab beschriebene reine Arduino Lösung mit RedFly-Shield als WLAN Modul zu ersetzen. Erstens kommt es bei mir nicht auf ein paar Milliwatt Stromverbrauch an, da ich Strom am Bienenstock habe und zweitens hat die Steuerung über den Raspberry Pi den entscheidenden Vorteil, dass ich den Arduino-Programmcode remote anpassen und aktualisieren kann.

Jedenfalls ist der Programmcode für beide Steuerungsvarianten fertig und stabil und kann auf Anfrage bereitgestellt werden.

 


8 thoughts on “Stockwaage – Update April”

  1. Hallo
    Ich finde das Projekt ziemlich interessant. Auch ich bin noch auf der Suche wie ich mir eine Bienenstockwaage selbst zu basteln kann. So wie Du es darstellst, scheint es gar nicht so schwer zu sein. Da ich ebenfalls kein Profi in Sachen Programmmierung und Elektronik bin (aber technisch nicht unbegabt) gefällt mir auch der Ansatz. Den quellcode zu übertragen und entsprechend anzupassen. Genauso die Nutzung einer bestehenden Monitorlösung als graphische Darstellung.
    Du bietest an den quellcode zur Verfügung zu stellen. Das würde ich gerne nutzen, da ich damit hoffe auch für meine Umsetzugn einen guten Einstieg zu haben.
    Beste Grüße
    tom

  2. Hallo ,

    auch ich würde gerne einen 2. Anlauf nehmen, um mit einem PI eine Messtation aufzubauen und würde mich über Deinen Quellcode und Deinen Schaltungsaufbau sehr freuen.
    Gemeinsam mit einem anderen Imker möchten ich gerne jeweils 2 oder mehrere Bienenvölker in ihrer Entwicklung beobachten, wobei wir jeweils ein Bienenvolk in einer isolierten Zanderbeute und ein Bienenvolk in einer normalen Zanderbeute vergleichen wollen.

    Ich würde mich daher sehr über eine Unterstützung freuen.

    Dirk

  3. Hallo,
    ich bin Neuimker und habe diese Jahr mit dem Imkern angefangen und finde das man aus den Daten sehr schön Handlungszeiten usw. für das Bienenvolk ablesen kann. Daher habe ich dein Projekt als auch die verlinkten Seiten mit großem Interesse gelesen und möchte mir auch so eine Stockwaage bauen.
    Gern würde ich auf dein Angebot zurück greifen mit Hilfe deiner Schaltung und Quellcodes das Bauprojekt zu starten. Als Grundlage finde ich deinen Ansatz mit dem Raspberry sehr schön.
    Ich würde mich um einen regen Austausch sehr freuen.

    Steffen

    1. Hallo Steffen,

      könnenwir gerne machen. Allerdings bin ich vom Raspi weg, höchstens noch zum zentralen Speichern der Daten. Ich habe eine weitere Waage inkl. Platine auf Basis des ESP8266 fertig. Deutlich schlanker. Nur die Veröffentlichung hinkt wie immer hinterher 🙂

      Ansonsten: Du hast Mail.

  4. Hallo Alex,

    ich selbst bin noch keiner, mein Schwiegervater jedoch ist schon sehr erfahrener Imker (in der Zukunft möchte ich das von Ihm mal übernehmen).

    Ich bin Softwareentwickler und immer wieder mal auf der Suche nach kleinen Projekten die ich in meiner Freizeit versuchen kann. Da ich handwerklich (schweißen, etc..) auch nicht so unbegabt bin und ich einen Rasperry zuhause liegen habe bin ich auf die Idee gekommen einen Bienenstock zu überwachen. Nach kurzer Recherche bin ich auf deine Artikel gestoßen.
    Dass du nun den Rasperry nicht mehr verwendest ist für mich kein Problem.

    Wäre toll wenn du mir deine Informationen senden könntest?
    Schöne Grüße aus Österreich,
    Alois

    1. Hallo Alois,

      den Raspberry kann man als Sensorknoten nehmen, aber ich finde das Overkill für den Knoten an sich. Stattdessen würde ich meine Platine auf Basis des ESP8266 empfehlen oder, wenn Du es Dir zutraust, das ganze mit einem Wemos D1 mini pro nachbauen (Mein nächstes Projekt). Den Raspberry nimmst Du dann als „Datengrab“, sprich als mqtt Server mit dyngraphs oder influxdb/Grafana.
      Wenn Du keinen eigenen „Server“ betreiben willst, kannst Du Dich mit dem Setup auch an hiveeyes.org anklemmen. Schaue es Dir mal an.

      Da Du ja Softwareentwickler bist, kannst Du Dir ja mal meinen Code anschauen:
      https://github.com/Gulaschcowboy/arduino/tree/master/node-wifi-mqtt-homie
      https://github.com/Gulaschcowboy/arduino/tree/master/node-wifi-mqtt-homie-battery

      Konstruktive Kritik willkommen 🙂

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