Imkern mit der Bienenkiste

Ab jetzt gibt’s hin und wieder (so viel zu tun haben wir ja nicht) auch ein paar Berichte von den  „Exoten“ des Imkervereins.

Wir imkern mit der Bienenkiste, einer Einraumbeute zur wesensgemäßen Bienenhaltung. Unser Fokus liegt primär darauf Bienen im Garten zu haben, weniger in der Ernte oder dem Verkauf von Honig. Obwohl der natürlich ein leckerer Nebeneffekt ist.

Rückblick 2013
Begonnen haben wir im Mai 2013 einen Tag nach unserem 1. Imkerworkshop-Treffen in Hinsbeck. In der Bienenkiste bauen die Bienen ihr Wabenmaterial selbst ohne die Gabe von Mittelwänden wie in der konventionellen Imkerei. Deshalb ist es aufgrund der höheren Bautätigkeit von Vorteil die Kiste mit einem Schwarm und nicht mit einem Ableger zu besiedeln.
Beim Imker-Workshop wurde unser Optimismus durch den Hinweis, dass es in Nettetal seit Jahren nur noch wenige Schwärme gibt, ein wenig gedämpft. Viel Zeit zum Grübeln blieb aber nicht, denn am nächsten Tag ging dann prompt ein Schwarm ab. Diesen haben wir zusammen mit Heinz und Rainer eingefangen und am nächsten Tag aufgrund des schlechten Wetters nur in die Kiste eingeschlagen:

Schwarmtraube nach dem Einschlagen
Schwarmtraube nach dem Einschlagen

Bei gutem Wetter lässt man das Volk normalerweise in die Kiste einlaufen. Im ersten Sommer waren die Bienen damit beschäftigt den Brutraum auszubauen:

BK-Standort BK-Naturbau BK-offen BK-offen2

Honig haben wir 2013 noch keinen geerntet, im Spätsommer haben wir dann etwas zugefüttert und mit dem Nassenheider-Verdunster sowie im Dezember nochmal mit Oxalsäure gegen die Varroa behandelt.

Weiter geht es nach dem Urlaub mit dem Bienenkistenjahr 2014 und aktuellen Berichten 😉

Ausführlichere Berichte sind im Bienenkisten-Forum zu finden:
http://forum.bienenkiste.de/forums/thread?thread=360#dis-post-5510

Projekt Stockwaage – Update

tl;dr

Projekt Selbstbau-Stockwaage läuft weitestgehend stabil und fördert interessante Ergebnisse zu Tage.
Das Projekt ist noch ausbaufähig, sowohl in der Sensorik, als auch als Plattform zur Trachterfassung in der Region.


 

Nach knapp zwei Wochen Betrieb der Stockwaage bin ich insgesamt sehr zufrieden. Die Zuverlässigkeit der übertragenen Messwerte konnte weiter gesteigert werden, nachdem ein paar Kinderkrankheiten behoben wurden:

Wie bereits im vorhergehenden Artikel erwähnt, vereitelte unsere Aluminium-Rollade die sichere WLAN-Verbindung. Der in der Garage eingesetzte WLAN-Repeater entschärft die Situation weitestgehend. Allerdings könnte die Verbindung noch stabiler sein. Im Moment nutze ich ja noch den Raspberry Pi mit dem winzigen USB-WLAN Dongle EW-7811UN. Das dessen “Antenne” nicht die Leistung bringen dürfte liegt auf der Hand. Mal sehen, wie es mit dem RedFly Wireless Shield werden wird.

Die Arduino Sketche u.a. für dieses Shield sind jedenfalls fertiggestellt und noch weiter optimiert und modularisiert worden. In diesem Zuge habe ich mit dem Berliner Initiator mois mal Kontakt aufgenommen und wir haben uns darauf verständigt, das Projekt zusammen voranzutreiben. Weitere Interessenten, die Ihre Ideen und  Wissen einbringen möchten sind herzlich willkommen.

Ein kleines Missgeschick ist die letzten 2 Tage in den Messwerten aufgefallen: Durch ungünstige Platzierung der Steckverbindung zwischen Arduino und Waage ist ein wenig Wasser eingedrungen und hat natürlich die Werte der Messbrücke verfälscht. Der Fehler wurde behoben und die falschen Messwerte per Hand entfernt.

Die Genauigkeit der Gewichtsmessung lässt nach Umstellung von Rohwerten auf Medianwerte über 11 Messzyklen zur Zeit keine Wünsche mehr offen. Unsere auf der Beute ruhende Katze wurde automatisch raus gerechnet. 🙂

Noch eine schöne Erkenntnis:
Wenn man sich im Graphen den Zeitraum 16.03. – 17.03. (2 Tage schönes Wetter) heran zoomt, kann man folgendes erkennen:

Bienenflug-Gewicht

Jeweils gegen 11:30 Uhr überspringt die Außentemperatur (blau) die Marke von 12°C. Zeitgleich nimmt das Gesamtgewicht (grün) der Beute um ca. 100g (16.03.) bzw. 300g (17.03.) ab, um gegen Ende des Flugbetriebs (17:00 bzw. 18:00 Uhr) das gleiche an Gewicht wieder zuzulegen. Da haben wir dann wohl die Flugbienen gewogen. 😀
Dazu eine (wissenschaftlich möglicherweise nicht ganz haltbare) Modellrechnung: Die durchschnittliche Biene (Arbeiterin) wiegt ca. 120mg. 300g fehlendendes Gewicht an Flugbienen macht also ca. 2500 Bienen, die am 17.03. zeitgleich unterwegs waren. Futterverbrauch im Stock, Eintrag Pollen und Nektar, Verbrauch von Flugbenzin und eventuelle Verluste auf dem Weg lassen wir mal großzügig außen vor.

Ausblick:

Weiterhin habe ich mir den Feuchtigkeitssensor HTU21D und den Helligkeitssensor TSL2561 besorgt. Die Funktionen zum Ansteuern der beiden Sensoren sind bereits fertig und auch schon im Arduino-Sketch eingebaut. Die I²C Schaltung auf dem Breadboard sieht wie folgt aus:

Uno-RedFly-Humid-Light

Für den HTU21D hat mir ein Freund per 3D Drucker schon mal einen Käfig gedruckt, irgendwie muss man die Damen ja vom Verkitten der Sensorik abhalten. Das grundsätzliche Setup funktioniert jedenfalls schon mal. Wann ich die Sensoren in den Live-Betrieb aufnehme weiß ich noch nicht.

Aufbau eines Sensornetzwerkes in der Region?

Bei unserem heutigen Vereinstreffen habe ich die Stockwaage vorgestellt und habe 2-3 Interessenten gefunden, die bereit wären mitzumachen. Dann hätten wir die Möglichkeit, die Trachtsituationen an den verschiedenen Standorten im Vereinsgebiet zu vergleichen. Mal schauen ob das klappt.

NSA für Bienen – wir bauen uns eine Stockwaage

tl;dr

Projekt Selbstbau einer elektronischen Stockwaage ist online, siehe:


 

Mein Freund Stefan – seines Zeichens begnadeter  Modellbauer und Elektronikbastler – rief mich letztens an, weil er im Internet über ein Projekt gestolpert ist: “Hey Alex, schau dir das mal an, die machen dort NSA für Bienen!” Ich hab mir dieses Projekt dann mal angeschaut und war doch ziemlich davon angetan, obgleich meine Kenntnisse bezüglich der Arduino Plattform gleich null sind. Programmieren ist auch nicht so unbedingt mein Ding und Elektronik schon gar nicht. Stefan überredete mich es doch einmal zu versuchen und versicherte mir seine Hilfe hinsichtlich der Elektronik. Nach Durchsicht der Teileliste ein paar Telefonaten mit Stefan ging es an die Bestellung der Teile in gefühlt 12 verschiedenen Online-Shops. Nach dem Erhalt etlicher Päckchen konnte es dann losgehen.

Ich entschied mich sowohl den Programmablauf als auch die Steuerung der Messung anders zu gestalten, da ich die Visualisierung und Alarmierung mittels check_mk durchführen möchte, da ich mich aus beruflichen Gründen sehr gut mit diesem Monitoring-System auskenne. Dazu soll, zumindest im ersten Schritt ein Raspberri Pi als Monitoring Client die Steuerung und Abfrage der Messelektronik auf dem Arduino übernehmen.

Die Schaltung wurde im ersten Schritt auf einem Breadboard realisiert. Parallel hat ein Bekannter mir das Gestell für die Wägeplattform geschweißt:

Bienen-NSA-Elekronik-BreadboardWägeplattform1 Wägezelle

Trotz meiner Talentfreiheit hinsichtlich des Programmierens habe ich den C-Quellcode des Arduino an meine Bedürfnisse anpassen können und ein Event-gesteuertes Auslesen über die serielle Schnittstelle realisiert. Auf der RaspberryPi-Seite habe ich ein kleines Python-Script geschrieben, welches die Anbindung an check_mk  als local check realisiert. Neben der Waage habe ich auch noch zwei Temperatursensoren verbaut. Einer misst die Umgebungstemperatur, der Andere die Temperatur in einer der zentralen Wabengassen des Brutraums. Stefan hat mir dann aus der Breadboard-Schaltung ein Arduino-Shield gebaut.

Nach einem Testlauf des Konstrukts im heimischen Keller, haben die Damen des ersten Beute am 10.03.15 Ihren neuen Unterbau bezogen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich der zweite Beutenbock in Betrieb genommen:

Beutenbock-Stockwaage

Zwischenfazit

Die Messwerte nach knapp einer Woche im Live-Betrieb sind vielversprechend:

1Woche

Die WLAN-Verbindung könnte noch etwas besser sein: Das Loch in der Grafik in der Nacht vom 12./13.03. ist unserer Aluminium-Rollade zu verdanken, die dem WLAN den Rest gegeben hat. Dieses Problem wurde erstmal durch einen WLAN Repeater behoben.

Ausblick

Der Artikel ist noch nicht vollständig und das Projekt noch nicht abgeschlossen. Bei Gelegenheit werde ich noch weitere Fotos und den angepassten Quellcode nachreichen. Im Moment bin ich dabei, das System ggf. komplett über Arduino umzusetzen ohne den Raspberry Pi. Weitere Sensoren (Luftfeuchtigkeit u.a.) sind angedacht.

Kreisimkertreffen in Oedt

Ein Artikel aus der WZ zum Treffen der Kreisimkerschaft vom 21.02.2015

Kreisimker in Oedt – Viel Interesse an Bienen und Honig – Kempen – Kreis Viersen – Lokales – Westdeutsche Zeitung.

Leider mit nicht ganz so positiven Nachrichten:

Amerikanische Faulbrut in Viersen festgestellt

Über ein ganz anderes Thema sprach der Leiter des Veterinäramtes des Kreises Viersen, Dr. Helmut Theißen. Er berichtete davon, dass kürzlich auf Viersener Stadtgebiet bei Bienenvölkern der Verdacht auf die aggressive amerikanische Faulbrut festgestellt worden sei. Dies ist eine bakterielle Erkrankung der Insekten, die für den Menschen aber nicht gefährlich ist. In einem Fall habe sich, so Theißen, der Verdacht bestätigt, sei der Bienenstock bereits abgeschwefelt und desinfiziert worden. Bei einem anderen Bienenstand läge das Ergebnis noch nicht vor. Und auch in einem benachbarten Schrebergarten fänden gerade Überprüfungen statt. Theißen gab noch den Hinweis an die Züchter: „Melden Sie ihre Bienenstöcke stets bei der Tierseuchenkasse an.“

 

Reinigungsflug und erster Pollen

Nachdem ich gestern noch mit mir selbst haderte, dass ich meine Kamera bei den ersten Ausflügen der Damen nicht dabei hatte, konnte ich heute ein paar Schnappschüsse machen. Eigentlich ist es mit ca. 10 Grad noch etwas zu kalt für den Flugbetrieb. Doch mit etwas Sonne auf dem Pelz, genehmigen sich die Arbeiterinnen einen kleinen Ausflug.

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Leider etwas unscharf, aber bei bis zu 25 km/h und 250 Flügelschlägen kommt meine Kamera nicht hinterher. Dann lieber ein paar “Stilleben” geknipst:

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Kaum war die Sonne nach 10 Minuten verschwunden, zogen sich auch die Bienen in Ihren Stock zurück.

neuer Beutenbock

Einer meiner Bienenstände befindet sich auf einer Schafweide. Bisher hatte ich die Beuten auf Paletten stehen. Dies hatte diverse Nachteile, u.a. waren die Beuten nicht gut auszurichten, es sah alles etwas krumm und schief aus. Außerdem war der Stand insgesamt zu niedrig um ein rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen. Wer einmal 50 oder 100 Rähmchen am Stück durchgeschaut hat, weiß was ich meine.
Das Gras rundherum konnte man auch nicht schneiden, im Gegenteil wuchs es bereits durch den Gitterboden und hinten am Varroaschieber wieder heraus.

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Kurz gesagt, eine Lösung musste her! Im Internet stieß ich auf die Idee, höhenverstellbare und damit nivellierbare Beutenböcke auf Basis von Gerüstfüßen zu bauen. Alles was man braucht sind 50-60 cm lange Gerüstfüße, Durchmesser 38 mm und ein paar Balken, z.B. 8x10cm. Mit einem 40er Förstnerbohrer die Löcher eher etwas großzügig gebohrt, da dass Holz etwas quillt und sich leicht verkantet. Zusätzlich habe ich vorne und hinten Dachlatten angebracht, so dass einem die Beuten bei einer Kippkontrolle nicht abrutschen können.

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Nachdem die Damen gestern einen Reinigungsflug absolviert hatten und es heute mit ca. 8 Grad weder zu kalt noch zu warm war, entschied ich, dass es ein guter Zeitpunkt sei den Bock aufzubauen.

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Fazit: Der Bock lässt sich schnell auf- und abbauen und wäre sicherlich auch für die Wanderimkerei geeignet. Auch lässt er sich prima einstellen und hat einen stabilen Stand. Somit werde ich auch meine anderen Stände damit ausrüsten.