Erfahrungsbericht – Vom Swimmingpool in die Beute

Imker sein oder nicht sein – das war die Frage!

Ein Erfahrungsbericht.

Da saß ich nun im Sommer 2015 am Pool auf Korfu, alle mitgebrachten Bücher waren gelesen, es musste neuer Lese-Stoff her. Eine Biene setzte sich auf den Deckel meines Laptops… es war um mich geschehen. Jetzt, 1½ Jahre später, habe ich meine 2 Bienenvölker im Garten stehen und darf mich Imker rufen.

Die Biene auf dem Laptop weckte einfach Neugierde bei mir. Nicht nur, dass sie für leckeren Honig verantwortlich ist… wer sich für Politik interessiert… bei den Bienen herrschen die Damen – ein matriarchalischer Staat.

Ich wollte alles über dieses Staatswesen wissen und wurde auf der Seite http://www.die-honigmacher.de sehr gut informiert. Je mehr ich wusste, desto faszinierter war ich. Weitere Videos auf youtube.de erbrachten Einblicke in die Tätigkeit der Imker.

Mich überzeugte schnell die Magazinimkerei. d.h. das Imkern in viereckigen Holz- oder Styroporkisten. Ich hatte den Eindruck, dass diese Imkerweise für mich als Anfänger leicht zu erlernen ist und den Bienen auch weniger Stress verursacht.

Bei der Frage nach der Magazin-Art (Dandant, Segeberger, Langstroh, Zander usw.) kamen für mich aufgrund meines Hobbys, mit Holz zu werkeln, nur Holzmagazine in Frage. Bienen hatte ich noch keine, aber schon war die erste Holzbeute bereits nach dem Urlaub gebaut. Die Bauanleitung gab es von der Universität Hohenheim. (https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/einfachbeute) Diese Beute ist im Zandermaß und wird auch manchmal Liebigbeute genannt. Dr. Gerd Liebig – Bienenforscher und wissenschaftlicher Mitarbeiter – hat eine eigene Internetpräsenz, auf der er viele hilfreiche Tipps gibt. (www.immelieb.de)

Gerd Liebig und Pia Aumeier (Forscherin an der Ruhr-Universität in Bochum) geben Anfängerkurse. Herr Liebig in Grevenbroich, Pia in ganz NRW verteilt. Einen solchen Kurs, den ich im Januar 2016 begonnen habe, kann ich nur empfehlen. Pia bereitet einmal im Monat für drei Stunden stattfindenden Seminare penibel vor. Hier bekommt man Wissen und Praxis vermittelt.

Nun hatte ich immer noch keine Bienen, aber schon Magazine und etwas Halbwissen. Und wie der Zufall es so will, wurde ich auf den Tag der offenen Tür meines Imkerpaten Reiner von der Bank in Lobberich aufmerksam. Als ich von ihm wegfuhr, hatte ich nicht nur leckeren Bienenstich gegessen und noch mehr über das Bienenwesen erfahren, sondern auch ein Bienenvolk im Kofferraum. Das zweite folgte zwei Wochen später als eingefangener Bienenschwarm. So musste ich nicht mal für meine Völker bezahlen, die man ansonsten aber auch günstig bei den Einsteigerkursen oder anderen Imkern erhält. Ich musste nur versprechen, im nächsten Frühling Rainer zwei Ableger meiner Bienen zu geben. Eine Hand wäscht die andere.

Über Reiner bin ich dann dem Nettetaler Imkerverein beigetreten. In einem solchen Verein erhält man viel Unterstützung (drei Imker – fünf Meinungen), lernt neue Menschen kennen und ist darüber hinaus beim deutschen Imkerverband versichert. Es lohnt sich aus meiner Sicht.

Das Bienenjahr ist vorbei, alle Arbeiten waren Anfang Dezember abgeschlossen, meine zwei Völker stehen im Garten und versuchen, den Winter zu überstehen. Das ist ganz schön spannend. Ich hoffe, Ihnen genug Futter für den Winter gegeben zu haben. Kommen Sie durch, gibt es im Frühjahr die erste Honigernte, denn beide Jungvölker werden nach einem Winter zu so genannten Wirtschaftsvölkern.

Ich hoffe, die 13 Bienenstiche haben sich gelohnt – einige von diesen gab es wohl auch in Kuchenform.

Schwarm-Wochenende

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Am ersten Juni Wochenende hat das Sommerwetter endlich die Kurve bekommen, und die schwarmwütigen Völker sind geschwärmt.
Freitags konnte Alex mir einen Schwarm in Kaldenkirchen fangen, den ich abends abgeholt und den wir am nächsten Morgen in meine neue Einraumbeute einlogiert haben.
einraumbeutenach dem einlogieren
Samstagvormittag habe ich Alex bei der Völkerdurchsicht und beim Königinnenzeichnen geholfen. Jaaa ich kann die Story mit der totgeglaubten Königin bestätigen.
Als wäre das nicht genug für einen Tag ist an diesem Vormittag dann auch ENDLICH unsere Bienenkiste geschwärmt.
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Für die Besiedlung neuer Bienenkisten nutzt man am besten „geschwärmte Schwärme“, da sie einen besonders guten Bautrieb haben.
Der Schwarm hat sich ca. 10 m entfernt von der Kiste an die untere Latte von Nachbars Pfederzaun niedergelassen. Ein Spektakel für die ganze Nachbarschaft. Wir haben den Schwarm nachmittags eingefangen, eine Nacht in Kellerhaft gesetzt und Sonntagabend in unsere 2. Bienenkiste einlaufen lassen.
ready to go weg gefunden fast drin kistentausch fast fast fertig
Auch wieder eine Besiedlungsart, der man in der konventionellen Imkerei eher weniger begegnet. Der Schwarm wird auf ein weißes Tuch vor die Kiste geschüttet. Nach ein wenig Starthilfe haben die Bienen die neue Kiste gefunden und die Prozession hat sich in Bewegung gesetzt.
Zwei Wochen später ist die Einraumbeute schon von 5 auf 10 Schiffrumpf-Rahmen erweitert und ein großer Teil der neuen Bienenkiste auch schon ausgebaut.

Update Juni – Königinnenzucht und Zeichnung

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Gezeichnete Königin Jahrgang 2015

Königinnenzucht für durch Anfänger

Die Schwarmzeit von April bis Mitte Juni ist die arbeitsreichste Zeit für den Imker. Daher komme ich auch erst jetzt dazu von meinen ersten Versuchen in der Königinnenzucht zu berichten. Wie bereits im Mai Update beschrieben, habe ich den Sammelbrutableger am 2. Mai erstellt und dann am 10. Mai die Nachschaffungszellen gewissenhaft entfernt. Am 12. Mai haben Heinz und ich dann den Zuchtrahmen mit Larven aus dem Wägevolk belarvt. 22 Näpfchen wurden belarvt, wovon auch 16 angenommen wurden. Dies ist erstmal ein sehr respektables Ergebnis für den ersten Versuch. Aufgrund einer Geschäftsreise konnte ich die anstehende Verschulung in die Schlupfkäfige am 21. Mai nicht vornehmen, daher hat Heinz das für mich übernommen. Beim Verschulen hat Heinz dann festgestellt, dass eine Zelle nachträglich ausgefressen wurde. Somit waren es dann nur noch 15 Zellen. Weiterhin hatten die Damen die Weiselzellen stark verbaut, so dass diese mit einem heißen Messer vorsichtig freigeschnitten werden mussten. Dabei wurde eine Zelle leider beschädigt. Macht also noch 14 Zellen.

Zum errechnete Schlupftermin am 22. Mai stellte ich dann fest, dass eine der geschlüpften Königinnen wieder vorwärts in Ihre Zelle gekrochen war und dort leider nicht von den Begleitbienen befreit werden konnte – 13 and counting… 🙁 . Zwei weitere Zellen wollten einfach nicht schlüpfen, diese habe ich dann am 24. Mai aufgegeben. (23. Mai wäre der letzt mögliche Schlupftremin gewesen). Es bleiben also 11 Königinnen.

Die Königinnen wurden in Begattungsableger aufgeteilt, teilweise in einzargigen Hohenheimer Einfachbeuten, teilweise in Ablegerkästen und 4 in Kieler Begattungskästen. Eine Königin bevorzugte leider den Suizid im (gut abgedeckten) Futtersirup. Da machte es nur noch 10… Eine weitere Königin verlor ich dadurch, dass aus alle Bienen, außer einer Drohne und der Königin am nächsten Tag aus dem Ablegerkasten ausgezogen waren. Sehr seltsam. Da waren es nur noch 9.

Die Woche darauf war recht kalt und die adeligen Damen versuchten sich daher wahrscheinlich erst in der ersten Juniwoche im Hochzeitsflug. Jedenfalls verschwand eine der Damen beim Hochzeitsflug, so dass mit Stand 7. Juni immerhin noch 8 Königinnen in Eilage vorweisen kann.

Fazit

Der erste Versuch der Königinnenzucht fing doch sehr vielversprechend an. Der heikelste Teil, das Umlarven, gelang sehr gut. 16 von 22 umgelarvten Zellen halte ich für ein respektables Ergebnis. Mit den Schwierigkeiten im Nachgang habe ich aber nicht gerechnet. Da der Sammelbrutableger aus insgesamt 8 Völkern zusammengestellt wurde, kann man natürlich anmerken, dass man bei gleicher Brutwabenanzahl mit konventionellen Brutablegern auch 7-8 Königinnen bzw. Jungvölker hätte erstellen können.  Die Effizienz ist somit sicherlich noch steigerbar. Ein Vorteil bleibt jedoch: Immerhin sind die 8 verbliebenen Junköniginnen Töchter meines vitalsten und sanftmütigsten Volks! Daher: Auch im nächsten Jahr werde ich mich wieder an der Zucht versuchen.

Zeichnen der Königinnen…

Als ich mit der Bienenhaltung anfing, hielt ich das Zeichnen der Königin in meiner Betriebweise für überflüssig. Jedoch merkte ich schnell, dass das Zeichnen der Königinnen doch eine gewisse Sicherheit gibt, dass man die Königin nicht mit erwischt hat,  z.B. bei der Erstellung von (Sammelbrut-)Ablegern und anderen Tätigkeiten.

Nachdem die Damen im Zeitraum 5-8. Juni in Eilage gingen versuchte ich mich als ambitionierter Jungimker dann im Zeichnen der Selbigen. Material besorgt (Abfangklammer, Opalithplättchen, Zeichenrohr), das Prozedere kurz an 2 Drohnen geübt und los gings. Die ersten 2 Königinen klappten auch ohne Komplikationen.

Gezeichnete Königin Jahrgang 2015
Gezeichnete Königin Jahrgang 2015

… und was so alles schiefgehen kann

Königin souverän von der Wabe mit der Klammer abgefangen, kurz weggeschaut, Königin weg. Argh, die Weisel war aus der leicht aufgebogenen Abfangklammer entfleucht. Das ärgert den Jungimker doch immens. Doch glücklicherweise war die Königin noch nicht so stark in Eilage, dass Sie nicht mehr hätte fliegen können und so fand ich Sie 2 Minuten später putzmunter in ihrem Völkchen wieder.

Ein weiterer Versuch gestaltete sich ebenfalls spannend bis nervenaufreibend: Königin wieder ohne Probleme gefangen, nach kurzem Scharmützel mit den mich verfolgenden Begleitbienen die Queen auch in das Zeichenröhrchen bugsiert, ohne langes Federlesen gezeichnet, den Stempel des Zeichenröhrchens zurückgezogen und… oh Mist, die Königin ist tot! Die Dame genau betrachtet, definitiv nicht gequetscht, aber sie rührt sich nicht und liegt auf dem Rücken. Keinerlei Lebenszeichen. Da mich die Begleitbienen immer noch bedrängten legte ich die Verstorbene erstmal oben auf die Rähmchen ins Volk. Dort wurde Sie von den Arbeiterinnen entsprechend begutachtet und umgehend auf den Boden der Beute befördert wo sie liegen blieb. Nun, das Ergebnis war hinzunehmen und es galt das Beste daraus zu machen. Da der Begattungsableger in einer normalen Zarge erstellt wurde und recht stark war, entschied ich mich, eine Brutwabe mit Weiselzelle aus einem schwarmtriebigen Volk zuzuhängen. Nach Auswahl der zuzuhängenden Wabe habe ich den Brutableger geöffnet und die verstorbene Königin war, ehm weg! Hatten die Arbeiterin diese schon zum Flugloch hinaus befördert? Ich also das Gras vor der Beute abgesucht. Nichts. Alle Waben abgesucht, nochmals den Beutenboden abgesucht – nichts! Blick an die Kastenwand… Moment, was ist dass da für ein blauer Punkt? Da war also die Dame und ließ sich fröhlich von ihren Arbeiterinnen füttern!

Merke: Der Orientierungssinn der Biene ist einfach immer wieder verblüffend und tot stellen können sie sich auch noch. Aber diese Überraschungen machen unser Hobby so faszinierend und interessant.

Update Mai

Imkerliches

Die Schwarmzeit hat begonnen und somit auch die arbeitsreichste Zeit des Imkers. Der konventionelle Imker versucht mit verschiedenen Methoden bzw. Betriebsweisen das natürliche Vermehrungsverhalten der Bienen, den Schwarm, zu unterdrücken bzw. kontrolliert vorwegzunehmen. Eine elegante Methode ist der sogenannte Sammelbrutableger.

Daran habe ich mich heute zum ersten mal versucht.

Ziel des Sammelbrutablegers ist es, die Wirtschaftsvölker sanft zu schröpfen um die Schwarmlust im Zaum zu halten und sich gleichzeitig ausreichend Königinnen bzw. Jungvölker heranzuziehen .
Dazu werden die Wirtschaftsvölker sanft geschröpft, indem jeweils zwei verdeckelte Brutwaben aus jedem Volk mit den ansitzenden Bienen entnommen werden. Wobei auf einer der entnommenen Waben Eier bzw. jüngste Larven vorhanden sein sollten, damit die „entführten“ Damen in Stimmung bleiben, sich eine neue Königin heranzuziehen. Diese Brutwaben aus den Wirtschaftsvölkern kommen dann zusammen in eine Beute und bilden einem Brutableger – daher Sammelbrutableger.

Die Herausforderung besteht darin, die verdeckelte Brut aus den Wirtschaftsvölkern zu entnehmen, ohne die jeweilige Königin mit zu „entführen“. Dies scheint gelungen zu sein, da ich in allen drei Spendervölkern die jeweilige Königin entdecken konnte. Nach der Erstellung dieses Pflegevolkes wird dieses an einen Standort außerhalb des ursprünglichen Flugkreises verbracht, damit die Flugbienen erhalten bleiben. Dazu startete ich im Januar eine Anfrage in der örtlichen Facebook-Gruppe nach Interessenten, die gerne Bienen im eigenen Garten hätten und lernte darüber Familie Blinne kennen, die meinen Damen einen weiteren Standplatz in deren Garten ermöglichten. Vielen Dank!

Der erstellte überstarke Ableger dient dann im nächsten Schritt als Pflegevolk für die bis zu 20 umgelarvten Königinnenzellen. Doch dazu mehr in 8 Tagen.

Technisches

Ich habe heute mal die neue Bienen-NSA Überwachungskamera hier auf der Webseite veröffentlicht. Diese überträgt die Bilder des Fluglochs des Stockwagen-Volkes im Sekundentakt und hin und wieder auch die Einflugschneise bzw. das 2. Volk am Standort. Ob es stabil läuft wird sich erst noch zeigen müssen. Link hier bzw. im Menü auf der rechten Seite der Startseite. Update September 2016: Die Technik war stabil, rechnete jedoch nicht mit einem gefiederten Angriff. Der nette Vogel von nebenan hat einen der Blindstopfen am Gehäuse entfernt. Wasser + Gleichstrom = Korrosion -> R.I.P. Kamera.

 

Stockwaage – Update April

tl;dr

Das Projekt Selbstbau-Stockwaage läuft sehr gut und liefert interessante Erkenntnisse:

  • Gewichtszunahme seit dem 7.4.: 23kg
  • Täglicher Ausflug der Bienen und Nektar-/Pollen-/Wasser-Eintrag kann bis auf 2g genau gewogen werden.
  • Erweiterung der Sensorik durch einen Licht- und einen Feuchtigkeitssensor

Imkerliches

Das Projekt „NSA für Bienen“ läuft nun seit über einem Monat überaus zufriedenstellend. Die Waage hat eine ausreichende Genauigkeit und liefert auch weiterhin sehr akkurate Werte. Wie bereits im vorhergehenden Artikel beschrieben kann man jeden morgen – ab einer Außentemperatur von 12°C – den Ausflug der Bienen wiegen. Die gemessenen Gewichtszunahmen liegen teilweise bei über 5kg(!)/Tag. (z.B. bei Markierung „1“ im Graphen – Reinzoomen in den Datumsbereich durch Klicken-Halten-Ziehen).
Seit dem  07.04. (Ausgangsgewicht 39,0 kg) scheint eine durchgängige Tracht und auch meistens gutes Flugwetter zu herrschen, so dass sich das Beutengesamtgewicht bis zum jetzigen Stand (28.04.) auf 62,2kg erhöht hat. Dies ist ohne Taschenrechner somit ein Zuwachs von 23kg in 3 Wochen. So darf es weiterlaufen 🙂

Die wöchentliche Arbeit an den Bienen hat sich jedoch ein wenig verändert. Da bei der Durchsicht des Volkes ganz erhebliche Gewichte von der Stockwaage genommen werden, wird die Bienenwaage vor der Arbeit angehalten, damit keine Fehlmessungen auftreten. Gleiches gilt für den internen Temperatursensor, der bei der Arbeit an dem Volk entnommen werden muss und dann natürlich die Außentemperatur messen würde.

Wenn man sich nicht an diesen Ablauf hält, ist ein nachträgliches Bereinigen der Sensordaten fällig 🙁

Technisches

Es wird weiterhin minütlich gemessen, jedoch habe ich die Datenbasis des veröffentlichten Graphen auf 10 Minuten Intervalle ausgedünnt, damit die zu übermittelnde und durch den Browser aufzubereitende Datenmenge im erträglichen Rahmen bleibt, was der Genauigkeit der Darstellung jedoch nicht schadet.

Seit dem 22.04. habe ich die Schaltung noch durch einen Lichtsensor TSL2561 erweitert, der das einfallende Sonnenlicht misst:

Bienen-NSA-April

Wie man jedoch erkennen kann, gibt es keinen direkt proportionalen Zusammenhang zwischen Außentemperatur und einfallender Lichtmenge:

Temp-Licht

Ok, dass hätte mir jeder Hobby-Meteorologe gleich sagen können. Aber vielleicht ergeben sich im Jahresverlauf noch Erkenntnisse.
Weiterhin ist der Feuchtigkeitssensor HTU210 fertig vorbereitet. Dieser wird wie der TSL2561 über I²C Bus angeschlossen und bei nächster Gelegenheit mit eingebaut. Dieser soll mich mittels Schwellwert im check_mk rechtzeitig vor eindringender Feuchtigkeit in meiner Elektronik-Box warnen.

Ich habe mich entschieden, den Raspberry Pi nicht durch die vorab beschriebene reine Arduino Lösung mit RedFly-Shield als WLAN Modul zu ersetzen. Erstens kommt es bei mir nicht auf ein paar Milliwatt Stromverbrauch an, da ich Strom am Bienenstock habe und zweitens hat die Steuerung über den Raspberry Pi den entscheidenden Vorteil, dass ich den Arduino-Programmcode remote anpassen und aktualisieren kann.

Jedenfalls ist der Programmcode für beide Steuerungsvarianten fertig und stabil und kann auf Anfrage bereitgestellt werden.

 

Imkern mit der Bienenkiste

Ab jetzt gibt’s hin und wieder (so viel zu tun haben wir ja nicht) auch ein paar Berichte von den  „Exoten“ des Imkervereins.

Wir imkern mit der Bienenkiste, einer Einraumbeute zur wesensgemäßen Bienenhaltung. Unser Fokus liegt primär darauf Bienen im Garten zu haben, weniger in der Ernte oder dem Verkauf von Honig. Obwohl der natürlich ein leckerer Nebeneffekt ist.

Rückblick 2013
Begonnen haben wir im Mai 2013 einen Tag nach unserem 1. Imkerworkshop-Treffen in Hinsbeck. In der Bienenkiste bauen die Bienen ihr Wabenmaterial selbst ohne die Gabe von Mittelwänden wie in der konventionellen Imkerei. Deshalb ist es aufgrund der höheren Bautätigkeit von Vorteil die Kiste mit einem Schwarm und nicht mit einem Ableger zu besiedeln.
Beim Imker-Workshop wurde unser Optimismus durch den Hinweis, dass es in Nettetal seit Jahren nur noch wenige Schwärme gibt, ein wenig gedämpft. Viel Zeit zum Grübeln blieb aber nicht, denn am nächsten Tag ging dann prompt ein Schwarm ab. Diesen haben wir zusammen mit Heinz und Rainer eingefangen und am nächsten Tag aufgrund des schlechten Wetters nur in die Kiste eingeschlagen:

Schwarmtraube nach dem Einschlagen
Schwarmtraube nach dem Einschlagen

Bei gutem Wetter lässt man das Volk normalerweise in die Kiste einlaufen. Im ersten Sommer waren die Bienen damit beschäftigt den Brutraum auszubauen:

BK-Standort BK-Naturbau BK-offen BK-offen2

Honig haben wir 2013 noch keinen geerntet, im Spätsommer haben wir dann etwas zugefüttert und mit dem Nassenheider-Verdunster sowie im Dezember nochmal mit Oxalsäure gegen die Varroa behandelt.

Weiter geht es nach dem Urlaub mit dem Bienenkistenjahr 2014 und aktuellen Berichten 😉

Ausführlichere Berichte sind im Bienenkisten-Forum zu finden:
http://forum.bienenkiste.de/forums/thread?thread=360#dis-post-5510

NSA für Bienen – wir bauen uns eine Stockwaage

tl;dr

Projekt Selbstbau einer elektronischen Stockwaage ist online, siehe:


 

Mein Freund Stefan – seines Zeichens begnadeter  Modellbauer und Elektronikbastler – rief mich letztens an, weil er im Internet über ein Projekt gestolpert ist: „Hey Alex, schau dir das mal an, die machen dort NSA für Bienen!“ Ich hab mir dieses Projekt dann mal angeschaut und war doch ziemlich davon angetan, obgleich meine Kenntnisse bezüglich der Arduino Plattform gleich null sind. Programmieren ist auch nicht so unbedingt mein Ding und Elektronik schon gar nicht. Stefan überredete mich es doch einmal zu versuchen und versicherte mir seine Hilfe hinsichtlich der Elektronik. Nach Durchsicht der Teileliste ein paar Telefonaten mit Stefan ging es an die Bestellung der Teile in gefühlt 12 verschiedenen Online-Shops. Nach dem Erhalt etlicher Päckchen konnte es dann losgehen.

Ich entschied mich sowohl den Programmablauf als auch die Steuerung der Messung anders zu gestalten, da ich die Visualisierung und Alarmierung mittels check_mk durchführen möchte, da ich mich aus beruflichen Gründen sehr gut mit diesem Monitoring-System auskenne. Dazu soll, zumindest im ersten Schritt ein Raspberri Pi als Monitoring Client die Steuerung und Abfrage der Messelektronik auf dem Arduino übernehmen.

Die Schaltung wurde im ersten Schritt auf einem Breadboard realisiert. Parallel hat ein Bekannter mir das Gestell für die Wägeplattform geschweißt:

Bienen-NSA-Elekronik-BreadboardWägeplattform1 Wägezelle

Trotz meiner Talentfreiheit hinsichtlich des Programmierens habe ich den C-Quellcode des Arduino an meine Bedürfnisse anpassen können und ein Event-gesteuertes Auslesen über die serielle Schnittstelle realisiert. Auf der RaspberryPi-Seite habe ich ein kleines Python-Script geschrieben, welches die Anbindung an check_mk  als local check realisiert. Neben der Waage habe ich auch noch zwei Temperatursensoren verbaut. Einer misst die Umgebungstemperatur, der Andere die Temperatur in einer der zentralen Wabengassen des Brutraums. Stefan hat mir dann aus der Breadboard-Schaltung ein Arduino-Shield gebaut.

Nach einem Testlauf des Konstrukts im heimischen Keller, haben die Damen des ersten Beute am 10.03.15 Ihren neuen Unterbau bezogen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch gleich der zweite Beutenbock in Betrieb genommen:

Beutenbock-Stockwaage

Zwischenfazit

Die Messwerte nach knapp einer Woche im Live-Betrieb sind vielversprechend:

1Woche

Die WLAN-Verbindung könnte noch etwas besser sein: Das Loch in der Grafik in der Nacht vom 12./13.03. ist unserer Aluminium-Rollade zu verdanken, die dem WLAN den Rest gegeben hat. Dieses Problem wurde erstmal durch einen WLAN Repeater behoben.

Ausblick

Der Artikel ist noch nicht vollständig und das Projekt noch nicht abgeschlossen. Bei Gelegenheit werde ich noch weitere Fotos und den angepassten Quellcode nachreichen. Im Moment bin ich dabei, das System ggf. komplett über Arduino umzusetzen ohne den Raspberry Pi. Weitere Sensoren (Luftfeuchtigkeit u.a.) sind angedacht.

Reinigungsflug und erster Pollen

Nachdem ich gestern noch mit mir selbst haderte, dass ich meine Kamera bei den ersten Ausflügen der Damen nicht dabei hatte, konnte ich heute ein paar Schnappschüsse machen. Eigentlich ist es mit ca. 10 Grad noch etwas zu kalt für den Flugbetrieb. Doch mit etwas Sonne auf dem Pelz, genehmigen sich die Arbeiterinnen einen kleinen Ausflug.

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Leider etwas unscharf, aber bei bis zu 25 km/h und 250 Flügelschlägen kommt meine Kamera nicht hinterher. Dann lieber ein paar „Stilleben“ geknipst:

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Kaum war die Sonne nach 10 Minuten verschwunden, zogen sich auch die Bienen in Ihren Stock zurück.

neuer Beutenbock

Einer meiner Bienenstände befindet sich auf einer Schafweide. Bisher hatte ich die Beuten auf Paletten stehen. Dies hatte diverse Nachteile, u.a. waren die Beuten nicht gut auszurichten, es sah alles etwas krumm und schief aus. Außerdem war der Stand insgesamt zu niedrig um ein rückenschonendes Arbeiten zu ermöglichen. Wer einmal 50 oder 100 Rähmchen am Stück durchgeschaut hat, weiß was ich meine.
Das Gras rundherum konnte man auch nicht schneiden, im Gegenteil wuchs es bereits durch den Gitterboden und hinten am Varroaschieber wieder heraus.

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Kurz gesagt, eine Lösung musste her! Im Internet stieß ich auf die Idee, höhenverstellbare und damit nivellierbare Beutenböcke auf Basis von Gerüstfüßen zu bauen. Alles was man braucht sind 50-60 cm lange Gerüstfüße, Durchmesser 38 mm und ein paar Balken, z.B. 8x10cm. Mit einem 40er Förstnerbohrer die Löcher eher etwas großzügig gebohrt, da dass Holz etwas quillt und sich leicht verkantet. Zusätzlich habe ich vorne und hinten Dachlatten angebracht, so dass einem die Beuten bei einer Kippkontrolle nicht abrutschen können.

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Nachdem die Damen gestern einen Reinigungsflug absolviert hatten und es heute mit ca. 8 Grad weder zu kalt noch zu warm war, entschied ich, dass es ein guter Zeitpunkt sei den Bock aufzubauen.

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Fazit: Der Bock lässt sich schnell auf- und abbauen und wäre sicherlich auch für die Wanderimkerei geeignet. Auch lässt er sich prima einstellen und hat einen stabilen Stand. Somit werde ich auch meine anderen Stände damit ausrüsten.